Beiträge suchen

MARTIN♥♥ wurde lebendig begraben, doch dann passierte Unglaubliches..

Martin durfte bei der Tierärztin bleiben, wurde von ihr adoptiert♥



Martin: Foto Clinica Veterinaria Yaiza


Der Fall Martin


Deutsche Übersetzung “Mi Tierra TV Peludos Sanos”

Caso Martin (Zusammenfassung) 



Gesprächsteilnehmer


  1. Sylvia Felst ………..(Interviewführung) …..Refugio Internacional Para Animales Tenerife
  2. Yaiza………………… Clinica veterinaria YAIZA
  3. Myrna Vaeles…… ..Tierschutz-Organisation: 4A Asoc. Amigos de Animales Arico 
  4.  


Sylvia:
 
 kurze Begrüßung, dann stellt sie den Fall „Martin“ kurz vor und betont, dass es hier im Fall Martin nicht darum geht schreckliche Bilder zu veröffentlichen und durch die Story die Menschen zu schockieren, aber jeder weiß auch, dass Bilder mehr aussagen können als es ein Mensch je zum sprachlichen Ausdruck bringen kann. Deswegen ist es für Martin und den Tierschutz, der dahinter steht, sehr wichtig, diese Story breitgefächert zu erzählen in Bild und Ton, damit dieser Fall auch wirklich an die breite Öffentlichkeit gelangt. Die Geschichte soll in zwei Teilen erzählt werden. Einmal ist da Yaiza, die Tierärztin, die sich um Martin Tag und Nacht kümmert, seit Anfang an…Auf der anderen Seite ist Myrna, die Präsidentin von dem Tierschutzverein 4A, welche für den Fall Martin zuständig ist und von Anfang an den Kontakt mit der Polizei hatte. Wir wissen auch noch nicht genau wie der Fall endet, aber wir wissen schon genug, um darüber zu berichten. Nun kommt es zum Anfang der Geschichte von Martin, der vorher anders hieß, nämlich Pinky…….



Myrna:

Ich war nicht auf der Insel, als mich die Lokal-Polizei eines Abends ca. gegen 22 Uhr benachrichtigte, dass ein Hund von einem Pärchen aufgefunden wurde und zwar lebendig vergraben. Martin (so hieß auch der Polizist, er gab ihm seinen Namen) erzählte, dass ein Pärchen einen Hund in einer sehr, sehr einsamen und steinigen Gegend gefunden hat. Sie hatten sich gewundert, dass sie eine Art Vogelgezwitscher in dieser Steinwüste hörten, denn dort gab es weder Pflanzen noch Bäume. So sind sie diesem Fiepen nachgegangen und haben so Martin entdeckt, der nur einen Teil des Kopfes befreit hatte, sodass er gerade noch Luft hatte. Da ich selber ja nicht da war habe ich dann Anne Monteyne angerufen. Sie ist dann im Pyjama mit dem Polizisten Martin in diese einsame Gegend gefahren, einem Ort, der zur Zeit noch nicht aus Ermittlungsgründen, sowie aus Datenschutzgründen heraus genannt werden dürfen. Die Polizei hat den Hund, der von dem Pärchen schon ausgegraben worden war mit Anne zusammen abgeholt, er war in eine Decke eingerollt und der Körper war schlaff und abgemagert. Der Polizist Martin war extrem erschüttert und hat dem Labrador seinen Namen gegeben, er hat ihn in seinem Polizeiwagen gebettet und zu Anne gefahren. Martin wurde von Anne in warme Decken gehüllt und sie hat den vollkommen unterkühlten Körper mit dem warmen Föhn langsam und stetig über den Rest der Nacht erwärmt. Dadurch dass Martin so lange unter der schweren Steinlast zusammengequetscht gelegen hat, war er vollkommen unbeweglich und so muskulär unterkühlt in der Nacht. Anne versuchte ihm Wasser und etwas Futter zu geben, aber Martin war zu schwach und sie hatte das Gefühl, das er im Sterben lag, weil er überall Wunden hatte und das ganze Maul eine einzige verbrannte Höhle war. Aber Martin zeigte gegen Morgen schon den ersten Lebenswillen, er wollte trinken und auch fressen und Anne ist sofort ganz früh zur Clinica Yaiza gefahren, um Martin vorzustellen. 


Yaiza

 
Ich habe Martin dann gründlich untersucht und so nach und nach kamen die unfassbaren Schäden und Verletzungen zum Vorschein und ich war zutiefst erschüttert wie sehr der Hund gequält worden sein musste und was für einen entsetzlichen Leidensweg er schon hinter sich gebracht haben musste mit körperlichen und seelischen Quälereien.


 
Sylvia:
Das ist alles sehr beeindruckend und macht fassungslos. Inzwischen weiß man ja auch, dass der Täter versucht hat vor dem Eingraben den Chip heraus zu schneiden, denn Martin hat eine große Wunde mit herausgeschnittenem Fell und Fleisch an der Stelle, wo sonst der Chip sitzt.

Yaiza
Ich habe den Chip aber mit dem Gerät orten können, denn er war im Laufe der ca. 11 Lebensjahre des Hundes nach vorne in den Brustkorb gerutscht. Diese Daten sind der Zivilpolizei übergeben worden zur Recherche und dürfen auch nicht öffentlich bekannt gemacht werden. Man kann also auch davon ausgehen, dass es evtl. der Besitzer war, der sich seines Hundes erledigen wollte und die Spuren des Halters so vertuschen wollte, so ist eine Theorie der Geschichte.

Sylvia:
Es ist ja ein ganz besondere Zufall, das Martin in solch einer verlassenen Gegend nach ca. 5 Tagen gefunden worden ist und sein Lebenswille dazu machen diesen Fall zu etwas Besonderem, es muss irgendeine Bedeutung haben und deswegen ist es uns allen hier so wichtig, dass daraus eine Konsequenz in strafrechtlicher Hinsicht gesehen entsteht, ein Präzedenzfall sozusagen wird und allen die danach so etwas vorhaben zeigt, was für eine Strafe dann folgen wird.
 
Yaiza: 
Ich habe gesehen wie Anne mit Martin ankam und das erste was man denkt ist, da hat Jemand seinen Hund lebendig vergraben und wollte ihn so loswerden und er hat schon lange so gelegen, darum ist er so extrem dünn. Bei der näheren Untersuchung kamen dann die fürchterlichen Dinge zutage. einem so großen Hund zu machen, da gehört schon was dazu. Diese große Wunde hatte dann zur Folge, dass eine große Infektion entstand und diese Infektion hat dann auch wieder eine starke Anämie verursacht. Dann musste ich als erstes eine kleine OP durchführen um das verfaulte Gewebe, das abgestorbene Fleisch abzunehmen. 
Außerdem mussten wir die unzähligen Maden und Würmer abnehmen und suchen, die sozusagen dabei waren Martin am lebendigen Leibe zu fressen. Diese waren bis tief unter den Rücken gekrochen. Bei einer OP musste ich ja nun auch einen Tubus in die Luftröhre einfügen und dabei habe ich dann noch die grausame Entdeckung gemacht, dass die Schleimhäute, sowie die Luftröhre extrem angeschwollen waren und es war eine große innerliche Blase im Rachenraum entstanden, alles zusammen war eine große Infektion.Auch neben dem Mundwinkel hatte er eine Stelle, eine große Blase, die entstanden war durch die extreme Sonneneinstrahlung und die dann platzte und sich entzündete. 

Genauso die Augen, sie waren durch die Sonne verblitzt und Martin ist sozusagen erblindet. Unter dem Kiefer war die Haut total abgefallen, die Knochen lose und freigelegt. Die Zunge war dick und entzündet und eine einzige Geschwulst bis tief in den Rachen hinein. Ich habe deswegen die Theorie erstellt, dass man Martin zuerst gewürgt hat, solange, bis er bewusstlos war. Dann hat man ihm den Chip versucht herauszuschneiden und dann anschließend begraben, indem man ihn fest in eine alte Decke einwickelte, sodass er sich nicht mehr bewegen konnte und ab in das Loch und hoch mit Steinen behäuft. Offensichtlich gingen der oder die Täter davon aus, dass er nicht mehr lebend da heraus kam. 
  Auch neben dem Mundwinkel hatte er eie Stelle, eine große Blase, die entstanden war durch die extreme Sonneneinstrahlung und die dann platzte und sich entzündete. Genauso die Augen, sie waren durch die Sonne verblitzt und Martin ist sozusagen erblindet. 

Unter dem Kiefer war die Haut total abgefallen, die Knochen lose und freigelegt. Die Zunge war dick und entzündet und eine einzige Geschwulst bis tief in den Rachen hinein. Ich habe deswegen die Theorie erstellt, dass man Martin zuerst gewürgt hat, solange, bis er bewusstlos war. Dann hat man ihm den Chip versucht herauszuschneiden und dann anschließend begraben, indem man ihn fest in eine alte Decke einwickelte, sodass er sich nicht mehr bewegen konnte und ab in das Loch und hoch mit Steinen behäuft. Offensichtlich gingen der oder die Täter davon aus, dass er nicht mehr lebend da heraus kam. 


Sylvia:

Das ist ja alles noch erschreckender. Im Moment liegt der Fall bei der Seprona vor (Umweltpolizei), auch die Nationalpolizei agiert. Aber die Seprona ist wohl die beste Instanz zur Weiterführung des Falles um auch die Anzeige zum Gericht zu bringen. Alle Informationen sind auch weitergegeben worden an alle Polizeistellen. Sylvia fragt nun Myrna, ob es noch weitere Anzeigen gegeben hat von anderen Organisationen, sie verneint und sagt, dass sie als Repräsentantin eines Tierschutzvereines die Anzeige gemacht hat und sie glaubt auch nicht, dass es notwendig wäre.






MYRNA:
Als ich die Anzeige gemacht habe, da hat die Zivilpolizei schon ein wenig merkwürdig geschaut hat, aber als ich die Fotos gezeigt habe und die ganze Story erzählt hatte, da war dann doch Interesse von Seiten der Polizei da und ich sollte alle Daten dort lassen. Die Zivilpolizei ist dann auch noch mit der Volkspolizei und dem Pärchen, sowie uns Tierschützern zu dem Ort gefahren, wo Martin gefunden worden ist, sie haben die Decke eingesammelt und den Fundort fotografiert und Beweismittel gesammelt. Die Lokalpolizei hat wirklich sehr geholfen, es hat alle erschüttert und auch für sie ein ganz besonders schlimmer Fall. Das Verhältnis der Lokalpolizei zu den Tierschützern im Raum Arico ist ein besonders gutes. Da es in diesem Gebiet wirklich schlimme Tierquälereien gibt und viele Aussetzungen hat sich eine gute Zusammenarbeit entwickelt. Die Seprona ist jetzt meine ganze Hoffnung, denn es soll ja letztendlich eine wirklich angemessene Bestrafung für den Täter heraus kommen und nicht nur eine Geldstrafe.



Sylvia: I
Ich glaube und hoffe ebenso, dass bald der Täter bekannt wird und es ein gerechtes Verfahren gibt mit einer Gefängnisstrafe. Im Falle eines Präzedenzfalles kann man dann weiter immer wieder auf dieses Urteil zurückgreifen. Darauf hoffen wir alle momentan. Durch die ganzen Umstände wie der Hund gefunden wurde, der Zufall mit dem Pärchen, das Durchhaltevermögen und der unbändige Lebenswille von Martin…das Alles darf doch nicht umsonst gewesen sein!! 


 Da ist doch ein Botschaft hinter, nämlich zu sagen: wie weit darf ein Mensch gehen, einem Tier so etwas anzutun? Wo greift oder soll in Zukunft da das Gesetz massiv eingreifen. Wann begreifen Menschen, die so etwas tun, dass ein Tier die gleichen Qualen erleiden muss wie ein Mensch, die gleichen Schmerzen, das Hunger und Durst genau so grausam sind wie bei einem Mensch. Eine Zukunft im Zusammenklang von Mensch-Tier-Natur bringt weniger Leid, verhindert Brutalität und wenn man dann noch einmal sagen wird….hier Leute seht euch das an, wie weit sind wir gesunken…schaut euch das mal an…..

Auf jeden Fall darf man so etwas nicht runter spielen oder verharmlosen, so etwas gehört an den Pranger gestellt! So etwas muss verurteilt werden! Und dafür ist es eben notwendig das alles zu veröffentlichen, sodass jeder nur erdenkliche Zuschauer oder Zuhörer, egal ob hier oder im Rest von Europa davon weiß…das ist unser Wunsch und unser Anliegen! Damit eine gerechte Bestrafung erfolgt. Selbst wenn Martin gestorben wäre, was ja zweimal kurz zuvor war, selbst dann (haben wir uns hier gesagt), selbst dann war sein Tod nicht umsonst oder nutzlos, denn selbst dann hat es eine Wirkung auf das Strafausmaß gehabt, hat es Menschen zum Nachdenken gebracht. Aber Martin hat einen irren Lebenswillen, was meinst Du Yaiza als seine Ärztin? 



Yaiza: 

Er hat zurzeit eine 80%ige Überlebenschance, das ist viel, wenn man bedenkt, dass er am Anfang keine 10% hatte. Er bekommt jede Woche eine Blutuntersuchung, alle Werte sind inzwischen normal und er stärkt seine Muskeln alleine, indem er seine Spaziergänge macht, alleine nach Draußen geht um sein Geschäft zu verrichten. Die Proteine sind noch ein wenig erniedrigt, aber er hat ja Proteinreiche Nahrung bekommen in Form seiner Babynahrung. Er wird von Tag zu Tag kräftiger und ist sehr sozial mit anderen Hunden.


Sylvia:
das ist eine gute Nachricht und wir alle hier möchten auch ein DANKE sagen an alle stillen Helfer drum herum, die sich für Martin eingesetzt haben in Form von Spenden aus Spanien, Deutschland, Schweiz, England und sogar Canada. Es soll auch nicht so aussehen, Als wenn Martin der einzige Hund ist, um den man sich jetzt noch kümmert, er nimmt halt zur Zeit eine Sonderstellung ein und ist ein Beispiel für viele andere Hunde hier auf der Insel, die ausgesetzt und gequält werden. Vielleicht denken jetzt ein paar Menschen weiter, wenn sie solch ein Tier sehen und agieren, anstatt weg zu sehen. Man hat die Möglichkeit zu helfen, auch wenn es zuerst einmal nicht so aussieht und man hat immer die Möglichkeit die Polizei anzurufen.





 Martin hat mit seiner Geschichte eine Beispielfunktion übernommen, er ist ein Symbol geworden, Martin steht für „alle“, für all die ausgesetzten und vernachlässigten Tiere, die alle darauf warten, dass ein Mensch sie irgendwo jammern hört und sie entdeckt und nicht weitergeht, wegschaut oder denkt…es ist ja sowieso zwecklos…

 

 

 

Hier ein kleiner Youtube-Film über die Geschichte von Martin















: