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Donnerstag, März 20, 2014

Otti, sein Frauchen und das Tuetatuet

Erster Kontakt im Tierheim



  OTTI

Das ist die besondere Geschichte von Otti, klein, wuschelig und schon ein älterer Herr, nämlich 12 Jahre alt.

Von einer Freundin, die jedes Jahr mehrere Monate auf Teneriffa lebt ist der Hund verstorben. Nach einer Weile ganz ohne Hund satnd fest, es geht nicht, es muss wieder ein Begleiter da sein. 


Da gerade meine Freundin Edith zu Besuch bei mir war  machten wir beide uns hier auf Teneriffa auf die Suche und besuchten als erstes mal das staatliche Tierheim, das  Albergue Comarcal Valle Colino, 
Im Valle Colino


Ich weiß, das es dort sehr viele kleine Hunde gibt, die es bitter nötig haben dort heraus zu kommen, da eine sehr hohe Fluktuation herrscht und es das einzige staatliche Tierheim ist. Die Leiterin kennt mich sehr gut, da ich dort schon viele Tiere vermittelt habe und hörte sich unser Anliegen an und legte uns  dieses kleine Kerlchen in den Arm.
Der kleine Mann war verzottelt und abgemagert gefunden worden und dann dort abgegeben worden. Er hatte gerade einen Zahn gezogen bekommen und war frisch geschoren. Er war der besondere Notfall des Tierheimes und es gab Niemanden, der ihm eine Pflegestelle geben konnte. Er weinte Tag und Nacht in seinem Zwinger.
Ok, dachten wir, sein evtl. neues Frauchen war nicht ganz gesund, ein älterer Hund, den sie auch wirklich selber heben konnte.....Das wollten wir ausprobieren.
Wir nahmen den Kleinen spontan auf einen Tag Probe mit und gingen als Erstes einmal mit ihm und meinem Fips "Gassi", um zu sehen, wie er sich so anstellte. Er ging brav an der Leine, war zu jedem Menschen nett und ausgeglichen und ebenso zu jeden uns begenetem Hund.
Wir packten ihn auf meine Jacke ins Auto und kauften noch schnell ein Geschirr und eine Leine und fuhren nach El Poris zurück zu Reni.
Es dauerte dort keine 10 Minuten, da entbrannte eine große Liebe zwischen Beiden und Reni wollte ihn nehmen, wenn er nach den Untersuchungen gesund sei, da sie ihre letzten Hunde lange Zeit krank hatte und nicht direkt wieder mit einem kranken Hund anfangen wollte.
Reni und Otti
Wir fuhren nach ein paar Stunden also wieder zurück und ließen das Herz untersuchen, Filariatest, Lunge abhören usw. Der Tierarzt dort sagte, er wäre altersentsprechend gesund, könnte geimpft werden, bekam seinen Chip und den EU-Ausweis und eine Entwurmung, auch noch vorbeugend eine Filariaspritze als Jahresspritze.
Wir Beide beschlossen den Hund auf jeden Fall zu nehmen, auch, falls Reni nach Probe eine Absage geben würde. Wir wollten ihn da raus holen und hätten ihn dann mit nach Konstanz genommen und dort vermittelt.
 Edith und ich suchten noch ein Körbchen aus und nahmen direkt Futter mit. Dann machten wir uns auf den Heimweg zu Reni.
Edith und Otti
Dort  bekam er dann von seinem neuen Frauchen auch seinen Namen, Otti sollte er heißen. Otti wog unter 4 kg, sollte und konnte aber ruhig zwischen 5-6 kg wiegen, so konnte er dann auch ohne Probleme mit in den Flieger zu seinem Frauchen. Nach einem Bad, der Kleine stank gewaltig, und einer Flohkur wurde er gebürstet und nahm erst mal neben seinem Frauchen auf dem Sofa  seinen Platz ein.

Edith ging nach einer Weile mit Otti Gassi und er machte auch brav sein Geschäft draußen, als wäre er es so gewohnt, wollte dann aber sofort zu seinem neuen Frauchen zurück, also wirklich Liebe auf den ersten Blick.
Er war nur herzig, ließ sich beschmusen und konnte es kaum glauben, dass er aus dem Gewusel und Krach des Heimes raus war.

Otti im neuen Zuhause



 So gingen wir dann mit einem guten Gefühl und ließen die Beiden alleine.
Am nächsten Morgen riefen wir aber direkt an um nachzufragen, wie es denn so läuft.
Naja, ein Haufen war in der Nacht vor der Terrassentür gelandet, aber, er hatte ja auch eine Wurmkur bekommen und tatsächlich, das passierte danach nie wieder, er war wirklich stubenrein.
Nach zwei Tagen besuchten wir Reni und Otti wieder und bekamen dort dann auch  die Premiere zu sehen von " Otti, seinem Frauchen und ihr Tütatüt".

Reni, Otti und das Tütatüt
                                                      Reni hängt ständig an einem Sauerstoffgerät und kann somit keine langen Strecken mehr gehen. Sie hat dafür einen  Scooter, also ein Elektromobil. Damit fährt sie jeden Abend an den Hafen spazieren. Zuerst hatte sie Otti oben in das Körbchen gesetzt, das fand er schon mal ganz toll und schaute nur mit der Nase heraus, dann aber wollte er herunter und während der Scooter fuhr, sprang er, wann immer es ihm passte, auf die Plattform des Rollers von der Seite her auf. Es machte ihm riesigen Spass und es entbrannte jetzt auch eine große Leidenschaft zu diesem Gefährt.

Otti im Scooter

 Sie waren eine Einheit, Reni, Otti und das  Tütatüt. Denn immer wenn Reni dann zu Hause sagte: Otti, wollen wir Tütatüt fahren, dann springt er sofort auf den Scooter.

Aber leider war nicht alles weiter so unkompliziert. Otti war dann doch kränker als wir es wussten. Er konnte nicht richtig essen, er hatte fürchterliche Schmerzen im Mundraum und schlimmen Mundgeruch. Also gingen wir wieder zum Tierarzt und ließen ihn untersuchen. Otti hatte einen Defekt im Rachen, eine offene Spalte zur Speiseröhre und eine Ausbuchtung , also eine Tasche, in der sich die Speisereste sammelten und dahinfaulten. Außerdem waren etliche Zähne wackelig und mussten gezogen werden.

Otti und Reni
Das ganze war eine heikle Angelegenheit und konnte nur in mehreren Etappen  gemacht werden. Und es war ungeheuer kostenaufwendig. Nun hatte Reni genau wieder das Problem wie schon vorher, aber ihr war der Zwerg so ans Herz gewachsen, dass ihr es sehr wichtig war, dass alle Schäden beseitigt wurden. Es gab nach einer OP auch einen Zwischenfall, Otti hatte einen Herzstillstand während der OP, aber nach vielem Bangen ist letztendlich alles gut geworden.
Ottis neuer Platz






Nun ist Otti ein fast zahnloser alter Herr geworden, ist jetzt 13 1/2 Jahre alt und flitzt ganz schön schnell mit Reni und dem Scooter um die Wette. Die Beiden sitzen  abends am Hafen, nebeneinander, und schauen aufs Meer, ein tolles Gespann und eine große Liebe.

Alle kennen die Beiden dort in El Poris und wenn sie angefahren kommen, dann sagen sie:

"Da kommen Reni und Otti und das Tütatüt."

Wir hoffen Alle, dass es Beiden noch lange gut geht und sie zusammen noch viele glückliche Stunden verbringen können.


Otti wiegt nun stolze 6 kg