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Donnerstag, März 13, 2014

Dacila, Ein Birmakaetzchen erobert alle Herzen

Wie Dacila alle Herzen eroberte...

  DACILA...oder mein Anfang im Tierschutz auf Teneriffa

Durch Dacila bin ich überhaupt das erste Mal hier auf Teneriffa mit dem Tierschutz in Berührung gekommen.
Ich war das erste Mal für 5 Wochen auf Teneriffa und wollte den Markt in La Laguna besuchen.
Dort entdeckte ich Dacila.
Sie lag in einem kleinen Schuhkarton, im Deckel waren ein paar größere Löcher geschnitten und sie konnte sich nicht stellen, es gab kein Wasser und kein Futter. Ich hockte mich hin und sie schaute mich traurig mit ihren wunderbaren blauen Augen an. Der Händler hatte noch Kaninchen, Tauben  und Hühner in Kästen eingesperrt "aufgebaut". Die Hühner hatten sich wegen der Enge schon alle Federn herausgerissen und die Kaninchen saßen in ihrem Dreck. 

Als der Händler merkte, dass ich mich für das Kätzchen interessierte, da bot er es mir für 60 € an, pries es als gesundes Rassetier an. Dabei sah man, das dieses Kätzchen nicht gesund und nicht gepflegt war. Ich hatte keine 60 € in der Tasche und ich war irgendwie hoffnungslos überfordert in diesem Moment, denn in Deutschland hatte ich ja meinen kleinen Hund Fips und da würde es mit Sicherheit Probleme geben, wenn ich mit einem Kätzchen angereist kommen würde.
So ging ich zuerst zur Marktaufsicht, zwei Polizisten, und habe sie versucht zu animieren mit mir zu kommen.  Sie verstanden meine paar Brocken Spanisch nicht, ebenso kein Englisch und so schleifte ich sie förmlich an den Stand und getikulierte mit dem Schuhkarton herum und machte meinen Unmut deutlich klar über diese unmögliche Haltung. 
Ich hatte einen kleinen, ersten Erfolg, denn der Händler musste unter Aufsicht  das Kätzchen in einen größeren, mit frischem Holzspan ausgelegtem Hasenkäfig umbetten, außerdem bekam sie Wasser und Brekkies.
Damit war für diesen Tag meine Mission erfüllt, ich kannte noch Niemanden auf Teneriffa und schon mal keinerlei Leute  die mit Tierschutz zu tun hatten.

Bedrückt fuhr ich nach Hause in meine Urbanisation. Dort grübelte ich den ganzen Abend und versuchte eine Lösung zu finden. In der Urbanisation lebt schon lange Jahre eine Deutsche, die sich um den Katzen-Tierschutz innerhalb dieser Urbanisation kümmert. Sie hat zwei Katzen-Futterplätze bauen lassen und alle herumstreunende Katzen sterilisieren und kastrieren lassen und einen Verein gegründet, damit das Katzenproblem innerhalb dieser Anlage auf vernünftiger Art und Weise geklärt werden konnte.
Davon hatte ich gehört und ich beschloss sie zu kontaktieren und um Rat zu fragen.
Aber am nächsten Morgen hat es mir keine Ruhe gelassen, ich bin als Erstes wieder zum Markt gefahren, um zu schauen ob das Kätzchen noch da ist. 
Ich kam gerade an, als die Händler ihre Waren auspackten und ich sah, dass dieser Tierhändler alle Tiere in der Nacht einfach in eine eiskalte, dunkle und nicht belüftete Garage gestapelt hatte. In La Laguna ist es Anfang Februar des nachts kalt. Er hatte alles durcheinander und übereinander gestapelt, alle Käfige ohne warme Abdeckung, ohne frisches Futter oder Wasser, eine Taube lag schon tot im Käfig.
Das Kätzchen war noch da, es zitterte und bewegte sich noch nicht einmal mehr, ich hatte große Angst.
Ich fuhr in die Urbanisation zurück und suchte Renate, die Tierschützerin, auf und erzählte meine Beobachtungen. Sie erzählte mir von Myrna, die sich hier in diesem Gebiet um Arico herum um den Tierschutz kümmerte und stellte den Kontakt her.
Das war der Beginn einer wunderbaren Tierschutzfreundschaft. Myrna ließ das Kätzchen freikaufen, der Händler wollte es so nicht herausgeben und es gibt keinerlei Handhabung ihn zu zwingen. Myrna brachte brachte mir das Kätzchen, ich hatte zugesichert, es aufzupäppeln und zu pflegen bis wir eine neue Familie gefunden hatten.
Renate brachte die nötigen Utensilien wie Katzentoilette, Streu und jede Menge Futter, sowie ein Katzengeschirr und stellte den Kontakt zu Cesar her, dem Tierarzt des Vereins.
Und nun gab ich dem Kätzchen auch einen Namen, es sollte Dacila heißen, der Name sollte eine Verbindung zu ihrer Geburtsinsel Teneriffa sein, selbst wenn sie später in Deutschland sein sollte. Prinzessin Dacila war die letzte Tochter eines Guanchenkönigs hier auf Teneriffa und diesen Namen sollte das Kätzchen haben. Zudem hat Dacila einen dunklen Fleck auf der Nase,er hat genau die Form ihrer Heimatinsel Teneriffa. Dacila durfte ihren Namen bis heute behalten....
Dacila entwickelte sich von Tag zu Tag, sie hatte einen schrecklichen Bandwurm, ich habe so was noch nie gesehen, ich denke,  er war sicher 1 m lang. Aber sie hatte ansonsten keinerlei Erkrankungen und war ein ganz liebes und vorsichtiges Kätzchen und wunderschön.
Sie konnte so laut schnurren wie ein Tigerchen, ich höre es heute noch in Gedanken, sie lag nachts neben mir auf dem Kopfkissen, eng an meinen Kopf geschmiegt.
Sie wurde bald geimpft und bekam einen Chip und war somit reisefertig. Die Kosten übernahm Gott sei Dank der Tierschutzverein der Urbanisation, es wurde mir und dem Kätzchen viel geholfen.
Es dauerte auch gar nicht so lange, da hatte ich eine neue Familie für sie und das sogar in meiner Heimatstadt Konstanz.
Das hieß, ich war dann nach Ablauf meiner 5 Wochen auch Flugpate für sie und nahm sie mit in die Kabine. Dort verhielt sie sich vorbildlich, kein Jammern, kein Geschrei, einfach nut toll.

In Konstanz ist sie dann auch direkt von ihren neuen Besitzern abgeholt worden.

Es war Liebe auf den ersten Blick und Dacila ist eine Prachtkatze geworden, immer noch eine Schönheit, aber doppelt so schwer und groß. Ab und zu besuche ich sie, aber ich glaube, sie hat vergessen wer ich bin, aber das ist gut so, denn es zeigt mir, wie gut es ihr in der neuen Familie geht.
Dacila war der Start in eine jahrelang dauernde und noch immer andauernde Tierschutzarbeit. Ich habe viel gelernt, bin nicht mehr so ratlos wenn ich Missstände sehe, sondern handle sofort ohne darüber nachzudenken was dann kommt oder wie es wird.
Der Tierhändler hat auch eine Anzeige bekommen, denn es ist inzwischen verboten auf den Märkten Katzen und Hunde zu verkaufen. Die Anzeige ist im Sande verlaufen, denn die Obrigkeiten sehen das immer noch nicht so "eng"....denn es sind für sie nur "Tiere"..
Es ändert sich ganz langsam etwas im Verhalten und in den Gesetzen, ich denke, es wird noch zwei Generationen dauern, bis es einmal zum Tragen kommt.